Bin ich schön - Ein Disput zur Stadtbaukunst
Bin ich schön - Ein Disput zur Stadtbaukunst
Bin ich schön - Ein Disput zur Stadtbaukunst

03.12.2014

BIN ICH SCHÖN?
ANDERE AUGEN - ANDERE SICHTWEISEN
EIN DISPUT ZUR STADTBAUKUNST

Bin ich schön? Unter diesem Titel fand am 10. November im Haus der Architektur in München eine Veranstaltung des BDA Bayern zum Thema Schönheit im Städtebau und deren Wahrnehmung statt. Der Landesvorsitzende Karlheinz Beer begrüßte die zahlreichen Gäste mit der Feststellung, dass es wieder an der Zeit sei, mutiger und fundierter über Schönheit in der Architektur zu reden. Beer erhoffe sich hierzu von dem Podiumsgespräch Reflexion, Inspiration und Tatkraft.

Wer ist verantwortlich für die Stadtgestalt? Wie kommt Schönheit in die Stadt? Was bleibt jenseits ökonomischer, juristischer und politischer Sachzwänge, um dem ursprünglichen Begriff der „Stadtbaukunst“ wieder Geltung zu verschaffen? Können die Erwartungen der Gesellschaft an eine qualitätvoll gebaute Umwelt, die auch emotionale Bedürfnisse nach Schönheit und ästhetischer Befriedigung erfüllt, eingelöst werden? Seit einiger Zeit besteht im BDA Bayern ein kleine, aktive Arbeitsgruppe Städtebau, die diese Veranstaltung vorbereitet hat. Vor einem Jahr wurde ein Aufruf zum Thema „STADTBAUKUNST – Der BDA Bayern formuliert Positionen im Städtebau“ unter den BDA-Mitgliedern gestartet, mit dem eine Sammlung realisierter Beispiele neuerer Zeit im In- und Ausland zusammengestellt wurde. Aus diesen städtebaulichen Realisationen wurden drei Beispiele ausgewählt, die im Podiumsgespräch jeweils anhand einer vorformulierten These und einer Fragestellung diskutiert wurden:

Kabelwerk, Wien  1996 - 2007
Planung: dyn@moshäre, ARCHItexture team + the POOR BOYs ENTERPRISE

Scharnhauser Park, Ostfildern 1993 - 2006
Planung: Janson + Wolfrum

Barbican Centre, London 1963 - 1976
Planung: Chamberlin, Powell und Bon

Auf dem Podium waren vertreten: Robert Arsenscheck (Journalist, Münchner Merkur), Gudrun Grieser ( Oberbürgermeisterin a.D., Schweinfurt), Gerhard Matzig (Journalist, Süddeutsche Zeitung) und Björn Severin (Architekt und Stadtplaner BDA, Düsseldorf). Martin Karsten vom Forum Bremen moderierte die anschließenden lebhaften Diskussionen.

Die Beispiele ermöglichten einerseits einen kritischen Rückblick auf das, was unter dem schon klassischen Begriff der „Moderne“ in Architektur und Städtebau firmiert, als auch einen hoffnungsvollen Ausblick hinsichtlich ihrer zukünftigen Bewertung. So kann manches Ensemble im Laufe der Zeit eine völlige Neubewertung erfahren, wie beispielsweise das Londoner Barbican-Gebiet, das sich zu einem begehrten Wohnviertel im Zentrum Londons entwickelt hat und bereits Denkmalschutz genießt. Auch der Wechsel der Aneignung von Stadtgebieten über die Zeiten wurde als wichtiger Aspekt herausgestellt. Die Veranstaltung gibt Mut für weitere Unternehmungen dieser Art.

Wolfgang Kuchtner für die AG Städtebau im BDA mit
Christian Bodensteiner, Michael Gebhard, Fritz Hubert, Josef Rott

Den ausführlichen Bericht finden sie hier.

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