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Klausurtagung 2019

11. Juli 2019

Unsere diesjährige Vorstandsklausur in Kloster Holzen stand unter dem Motto „Zukunftsfragen des Berufsstandes“. Nomen est omen – wurde doch zeitgleich das denkwürdige Urteil des EuGH in Sachen HOAI bekannt gegeben. Weniger das Ergebnis als die Begründung hat dabei für Überraschung gesorgt.
So bietet das Urteil auch Chancen, im Rahmen der berufspolitischen Arbeit Versäumnisse der Vergangenheit zu korrigieren. Dennoch gehen wir mit Sicherheit großen Veränderungen entgegen. Dabei wird es maßgeblich auch von unserem eigenen Verhalten abhängen, in welchem Ausmaß und in welche Richtung sich die Veränderungen auf unseren Berufsstand auswirken werden.

Das wegweisende Papier „Das Haus der Erde“ des BDA Bundesverbandes stand ebenfalls im Fokus unserer Gespräche. Schon das erste Postulat besagt: „Es ist genug. Täglich verstoßen wir, verstoßen Gesellschaft und Politik gegen den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. […] Wir dürfen nicht länger warten, bis sich das von Lobbyisten beeinflusste Zögern und Abwarten ändert. Wir müssen politisch denken und handeln, müssen uns einmischen, Eigeninitiative entwickeln und zivilen Ungehorsam proben. Wir müssen zeigen, dass der tägliche Umweltwahnsinn […] nicht alternativlos ist. Ansonsten brauchen wir über eine Zukunft nicht mehr nachzudenken. Wir sind dran.“
Das zeigt, ohne Verzicht wird es nicht gehen. Die erforderliche Reduktion nun nicht als unerwünschte Einschränkung zu empfinden sondern als neue Lebensqualität zu erkennen und gesellschaftlich zu verankern, daran können wir als Architekten und Stadtplaner mitwirken. Unsere Kreativität, Flexibilität und unser Umgang mit komplexen Prozessen befähigen uns grundsätzlich dazu. Und: Schönheit ist per se nachhaltig. Dieser Aspekt sollte künftig mehr Aufmerksamkeit erfahren.

Dass die Digitalisierung im Bausektor weiter voranschreitet und über die Anwendung von BIM hinaus die Arbeit in den Büros sowie Planungs- und Bauprozesse verändert ist unstrittig. Aber selbst Fachleute können derzeit nicht absehen, ob die Digitalisierung zu einer tatsächlichen Verbesserung unserer Lebenswelten beitragen und in diesem Sinne erfolgreich sein wird. Auch hier ist es unsere Aufgabe, gestaltend einzuwirken und das qualitätsvolle Ergebnis im Auge zu behalten. Eine rein effizienzbasierte Entwicklung ist sicherlich nicht zielführend und kann nicht in unserem Interesse sein. Es gilt zu prüfen, mit welchen Methoden und unter welchen Voraussetzungen wir gemäß den Zielen des BDA in der Lage sind, unseren Lebensraum mit funktional durchdachten und ästhetisch ansprechend gestalteten Gebäuden, Plätzen und Städten zu bereichern und somit die Lebensqualität für alle zu erhöhen.

All diesen Themen werden wir uns Referate übergreifend – gerade auch im Austausch mit unseren jungen Kolleginnen und Kollegen – auf Landes- und Kreisebene weiterhin intensiv widmen.

BDA Bayern

BDA Bayern
BDA Bayern
(von links) Eberhard Steinert (1. Stellvertretender Vorsitzender), Prof. Lydia Haack (Landesvorsitzende) und Heiner Farwick (BDA-Präsident)
BDA Bayern
BDA Bayern
(von links) Ina Laux (Referentin für Wohnen, Standards), Andreas Grabow (Vorsitzender Kreisverband Nürnberg-Mittelfranken-Oberfranken) und Matthias Köppen (Referent für Vergabe und Wettbewerb, Baukultur)
(von links) Dr. Jörg Heiler, Prof. Lydia Haack (Landesvorsitzende), Karlheinz Beer und Rainer Post (Referent für Honorar- und Baurecht)
(von links) Prof. Lydia Haack (Landesvorsitzende), Hans Schuller (Vorsitzender Kreisverband Augbsurg-Schwaben), Erwien Wachter (Chefredakteur BDA-Informationen, BDA-Präsidiumsmitglied) und Ina Laux (Referentin für Wohnen, Standards)
Heiner Farwick (BDA-Präsident)
(von links) Ina Laux (Referentin für Wohnen, Standards), Anne Steinberger (Geschäftsführerin) und Prof. Lydia Haack (Landesvorsitzende)
(von links) Stephan Rauch (Referent für Nachwuchsförderung) und Prof. Lydia Haack (Landesvorsitzende)
(von links) Matthias Köppen (Referent für Vergabe und Wettbewerb, Baukultur) und Michael Leidl (Referent für Raum- und Flächenplanung)